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Kultusminister Jürgen Banzer: PISA E 2006 erfreuliches Ergebnis – Volles Entwicklungspotential aller begonnenen Initiativen wird sich erst längerfristig entfalten

24.11.2008 - 17:37

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„Dass Hessen auch bei der dritten PISA – Ländervergleichsstudie wieder einen deutlichen Punktezuwachs in allen drei Kernbereichen ( Lesekompetenz, mathematische Kompetenz, naturwissenschaftliche Kompetenz ) verzeichnen kann und jetzt im oder oberhalb des OECD – Durchschnitts liegt, ist ein gutes Zeichen. Den Schulen, Lehrern und Schülern gilt an dieser Stelle mein ausdrücklicher Dank und meine Anerkennung für ihre Anstrengungen „, so Jürgen Banzer anlässlich der in Berlin vorgestellten Ergebnisse der PISA – E – Studie mit Daten aus dem Jahr 2006. Was den Vergleich mit den anderen Bundesländern angehe, die nach Bekanntgabe der ersten PISA – Ergebnisse im Jahr 2001 alle erheblichen Anstrengungen zur Verbesserung von Schule und Unterricht unternommen hätten, so belege Hessen in etwa die gleichen Rangplätze wie in den beiden vorangegangenen PISA – Studien aus den Jahren 2000 und 2003.

„Für mich ist es ein erfreuliches Ergebnis. Was sich mit dem Stand von Heute daraus ergibt ist eindeutig: wir haben viel getan und haben noch viel zu tun, um unseren Schülerinnen und Schülern eine gute Zukunft zu ermöglichen“, stellte der Minister fest.

„Die PISA Ergebnisse sind so komplex, dass wir unsere eigenen Ergebnisse und diese im Verhältnis zu denen anderer Bundesländer sowie unsere Maßnahmen zur Verbesserung von Schule und Unterricht genau anschauen werden. Klar ist allerdings, dass es noch dauern wird, bis alle Initiativen vom Bildungs – und Erziehungsplan von 0-10, über den erweiterten Stundenumfang in der Grundschule, die Leseförderung, die besondere Deutschförderung vor der Einschulung, die Ostercamps, die SchuB – Klassen als berufsorientiertes Schulangebot für Hauptschüler bis hin zu Abschlussprüfungen ihr volles Entwicklungspotential  entfalten können. Dann erst werden wir auch im Ländervergleich klare Verbesserungen erreichen können. So sind beispielsweise die ersten Schülerinnen und Schüler, die vor ihrer Einschulung eine spezielle Deutschförderung besuchten, noch längst nicht in der von PISA getesteten Gruppe der 15-jährigen. Hier braucht es Gelassenheit, Geduld und Kontinuität“, so Banzer.

Markant seien seiner Einschätzung nach zwei Handlungsbereiche. Zum einen gebe es eine hohe Lesekompetenz bei Mädchen im Vergleich zu der der Jungen und eine hohe Kompetenz der Jungen im naturwissenschaftlichen Bereich im Gegenteil zu der der Mädchen. Hieraus ergäben sich Fragestellungen, die von Bedeutung für die Unterrichtsgestaltung und die Frage der spezifischen Förderung von Jungen und Mädchen seien.
Diesen werde man nachgehen und in einer Projektgruppe aufarbeiten und entsprechende Folgerungen ziehen.
Ähnlich verhalte es sich mit einem Teil der inzwischen kleiner gewordenen Risikogruppe: Schwache und schwächste Leser sowie Schüler, deren mathematische Kompetenz das Grundschulniveau nicht überschritten und die über nur ein elementares Verständnis naturwissenschaftlicher Konzepte und Prozesse verfügten. Hierunter seien signifikant viele Kinder und Jugendliche aus Familien mit Migrationshintergrund, deren Alltagssprache nicht Deutsch ist. Hessen habe mit mehr als 32% eine für ein Flächenland sehr hohe Migrantenquote zu verzeichnen ( Bayern 23,5%, Sachsen 9,3% ) Hier sei es an der Zeit, zu fragen, ob man flankierend zur unterrichtlichen und schulischen Förderung, für die das Land Hessen jährlich 45 Mio. Euro investiere ( Sachmittel, Hausaufgabenhilfe, Vorlaufkurse ) nicht auch neue Wege gehen müsse.

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