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Kreis liegt über dem Soll

05.07.2010 - 09:02

Von Alexander Schneider

Der Hochtaunuskreis verwendet in seinen Gebäuden Erneuerbare Energien, die dem Bedarf von 2128 Haushalten entsprechen. Noch größer ist der Effekt bei den Beteiligungsgesellschaften des Kreises, er entspricht 43 902 Haushalten.

Der Umweltdezernent des Hochtaunuskreises, Kreisbeigeordneter Uwe Kraft (CDU) sagte am Samstag beim Energieforum des CDU-Kreisverbandes in der Taunushalle in Oberstedten, der Anteil Erneuerbarer Energien im Kreis liege bereits jetzt bei 28 Prozent. Dabei habe das Land Hessen für das Jahr 2020 nur 20 Prozent als Richtmarke vorgegeben. Kraft: «Mit 28 Prozent müssen wir uns nicht verstecken.» Hinzu komme auch noch das, was die Kommunen im Kreis durch den Einsatz moderner Energietechnik beisteuern, von den privaten Haushalten ganz zu schweigen.

Bereits vor 15 Jahren, als das Schulbauprogramm des Kreises vom damaligen Landrat und heutigen CDU-Kreisvorsitzenden Jürgen Banzer begonnen worden sei, habe man den Klimawandel im Auge gehabt. Man liege heute mit den kreiseigenen Gebäuden 30 Prozent unter der Richtlinie der Energieeinsparverordnung (ENEV). So würden für die Sporthalle der Friedrichsdorfer Philipp-Reiss-Schule sogar Passivhaus-Standards angelegt.


Blockheizkraftwerke

19 Schulen im Kreis verfügten seit vielen Jahren über Blockheizkraftwerke. Einige, so Kraft, würden bei hervorragender thermischer Leistung mit Rapsöl beheizt. Beim Bau von vier Schulen habe man auf Holzhackschnitzel als Heizquelle gesetzt, sechs bezögen ihre Energie aus Luft/Erdwärme-Tausch und neun komplett aus Geothermie. Allein in den Schulen, so Kraft, würden auf diese Weise 7,448 Megawatt aus Erneuerbaren Energien produziert, was dem Bedarf von 2128 Haushalten entspreche. Weitere 153 Millionen Kilowatt würden bei der Rhein-Main Deponie GmbH, an der der Kreis zur Hälfte beteiligt ist, erzeugt, durch die Verstromung von Deponie- und Biogas sowie durch Solarenergie.

Die verstärkte Nutzung Erneuerbarer Energien könne nur dann spürbar erhöht werden, wenn auch die Akzeptanz in der Bevölkerung vorhanden sei, sagte Kraft. Bei der Windenergie sei dies nicht der Fall, «da haben wir gemeinsam ein Problem». Die Bemessungsgröße der Akzeptanz mache sich am Image des Kreises mit dem Naturpark Hochtaunus als Naherholungsgebiet fest. Touristik und Kultur ließen sich nur schwer in Einklang mit Windkraft bringen.

Der CDU-Kreisvorsitzende Jürgen Banzer hatte das von Markus Töpfer moderierte Energieforum eröffnet und das Thema Erneuerbare Energien als gesellschaftliche Herausforderung beschrieben. Das Energieforum werde die Probleme zwar nicht lösen, trage aber dazu bei, die Potenziale für politische Entscheidungen zu erkennen.


Regional handeln

Dr. Carsten Ott, Leiter Umwelt, Energie, Klima bei der Hessen Agentur, sagte im Einführungsreferat, der Klimaschutz sei eine globale Herausforderung: global denken, regional handeln. Das Problem sei, dass der Einsatz Erneuerbarer Energie zwar in vielen Bereichen – etwa Elektromobilität – schon heute möglich sei, es bei der Speichertechnologie aber noch Nachholbedarf gebe. Ott sieht für Deutschland als Exporteur von «E-Technology» jedoch große Chancen. Erneuerbare Energie mache zudem langfristig von der Energiekostenspirale unabhängig.

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