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Jürgen Banzer bei der Eröffnung der neuen Schreinerei der Oberurseler Werkstätten

26.02.2010 - 15:45

Bericht von Herrn Michael Neumann ( Taunuszeitung )

Der Minister enthüllt mit Hilfe von Landrat Ulrich Krebs das Schild der neuen Werkstatt. " Zweigwerkstatt" soll die neue große Werkstatt heißen
Bis zu 40 Behinderte können in der neuen Schreinerei der Oberurseler Werkstätten im Zimmersmühlenweg beschäftigt werden.
Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) hatte gestern gleich einen Großauftrag zur Einweihung der neuen Schreinerei der Oberurseler Werkstätten im Zimmermühlenweg 26 mitgebracht. Oberursels Rathauschef bestellte «zunächst mündlich, aber vor Zeugen» 30 Apfelweinglasträger mitsamt hölzernen Schoppendeckeln fürs Gerippte. Das sei das ideale Gastgeschenk für die Hessentagsprominenz, meinte Brum.
Aber auch ohne Brums Bestellung laufen die Geschäfte gut in der Schreinerei. Die Produkte sind bei privaten wie gewerblichen Kunden sehr gefragt, weil Flexibilität, Qualität und letztendlich auch der Preis stimmen, wie Landrat Ulrich Krebs (CDU) feststellte.
Und weil seit Jahren die Auftragslage immer besser wurde, platzte die Schreinerei in der Hauptwerkstatt, wo nur 470 Quadratmeter inklusive Lager zur Verfügung standen, aus allen Nähten. Grund genug für die Betriebskommission, sich für die Anmietung einer neuen Schreinerei mit einer Nutzfläche von knapp 1100 Quadratmetern zu entscheiden.
Fanden bisher nur 16 Behinderte in der alten Schreinerei einen Arbeitsplatz, können künftig bis zu 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einer sinnvollen Tätigkeit nachgehen und ihre Fähigkeiten ausbauen. Zurzeit sind es 22 Mitarbeiter, die entweder in der Halle mit den großen Maschinen oder in der zweiten Halle, wo die einfacheren Tätigkeiten ausgeführt werden und sich auch das Lager befindet, beschäftigt sind. Betreut werden sie von Produktionsleiterin Yvonne Sarasty, von Beruf Schreinerin und Architektin, und drei gelernten Schreinern.
Produziert werden in der Schreinerei außer den erwähnten Schoppenträgern auch verschiedene Spielzeuge, Möbel für Kindergärten und Schulen und beispielsweise auch, als Spezialanfertigungen, große Transportkisten für Rolls-Royce, wie sie die Gäste der Einweihung in der Maschinenhalle bewundern konnten.
Weil in der neuen Schreinerei endlich mehr Platz zur Verfügung stehe, könnten nun endlich auch Schulungsarbeitsplätze eingerichtet werden, ohne die Produktion zu behindern, sagte der Landrat weiter. Auch könne nun in der Schreinerei ein Praktikum angeboten werden.
Von großem Vorteil sei außerdem, dass die Arbeitsabläufe nun durch eine bessere Aufteilung auch von stärker geistig Behinderten ausgeführt werden könnten.
«Konnte bislang psychisch kranken Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Holzverarbeitung keine handwerklichen Angebote gemacht werden, ist dies nun in der neuen Werkstatt machbar», sagte Krebs. Außerdem sei es möglich, die Produktpalette zu erweitern. So soll eine standardisierte Modulbauweise für Spielebenen und Kindergartenmobiliar ins Werkstattprogramm aufgenommen werden.
Geplant ist nach den Worten des Landrats auch der Bau von Markthütten in Modulbauweise. Ein neues Modell wurde gerade fertiggestellt. Und natürlich stammt auch das Schild mit dem Namen der neuen Produktionsstätte aus der Schreinerei, den Landrat Krebs, Arbeitsminister Jürgen Banzer (CDU) und der Verwaltungsleiter der Oberurseler Werkstätten, Olaf Wehrheim, enthüllten: Er lautet «Zweigwerkstatt».
Staatsminister Banzer, seines Zeichens Vorsitzender des Betriebskommission der Oberurseler Werkstätten, stellte heraus, dass auch Menschen mit Behinderungen an der Gesellschaft teilhaben sollten. Und dazu «sollte der Blick stärker als bisher auf den einzelnen Menschen, auf seine persönlichen Interessen und Lebensbedingungen gerichtet werden». Die Oberurseler Werkstätten leisteten dazu einen großen und wichtigen Beitrag.
Banzer: «Es ist nicht damit getan, fürsorglich mit Menschen mit Behinderungen umzugehen, vielmehr muss es Ziel sein, ihre Fähigkeiten zu erweitern und auch zu fragen: Geht noch mehr? Welche Potenziale sind noch vorhanden? Ist ein Wechsel vom Arbeitsplatz in der Werkstatt zu einem Arbeitsplatz in der freien Wirtschaft möglich?
Minister Banzer jedenfalls war sich sicher: «Die neuen Räumlichkeiten werden zu mehr Zufriedenheit bei den Beschäftigten und Mitarbeitern der Werkstatt führen.» Auch sei es jetzt möglich, auf die gestiegenen Anforderungen der unterschiedlichen Auftraggeber zu reagieren.

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